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Laos I

…es war schon dunkel als wir aus dem Bus ” geworfen” wurden, auf einer staubigen Strasse etwa 5 Km zum Mekong runter fuhren und nach vergeblichen Protesten die 2 Dollar fuer die Ueberfahrt nach Dong Det bezahlen mussten. Eigentlich war alles im Busticket inbegriffen, so jedenfalls wurde es uns und den 5 anderen Backpackern auf dem Boot verkauft. Aber was wollten wir tun…? Im Dunkeln organisierten wir uns eine Unterkunft, einen netten Bungalow mit eher spaerlichem Luxus. Doch wir stellten uns zufrieden unter die Dusche, aus welcher Mekong-Wasser troepfelte & spannten das Moskitonetz. Dann gingen wir mit den anderen vom Schiff etwas essen und schon bald schliefen wir ein. Im Bett natuerlich.

Der naechste Tag war der Inselerkundung gewidmet. Mit Fahrraedern kurvten wir umher, passierten die Bruecke nach Dong Khon & nahmen den Ruettel-Schuettel-Weg an die Suedspitze von Dong Khon in Kauf. Dort gab es einen netten Mini-Strand, wo wir uns in die nicht vorhandenen Fluten stuerzten & schon wieder weiter radelten. Es war wirklich nett dort. Znacht assen wir in einem Frauen-Familien-Betrieb, der unerklaerlicherweise keine Gaeste hatten. Wir wagten es aber und wurden nicht enttaeuscht. Tolles Essen, riesige Portionen und die Leute einfach nur nett!
Am naechsten Tag gings los mit dem Kajak. Zuerst per Boot ueber den Fluss, mit einem Pickup den Mekong hoch bis Dong Khong (ist nicht dasselbe wie Dong Khon, bitte, es hat noch ein “g” am Ende) und dort ab ins Wasser. Unser Guide war eine Katastrophe, ausser “ei tspiik inglitsch” sprach er kein Wort mit uns und verstand auch nichts. Schade! So paddelten wir gute 5h flussabwaerts (leider hatte es kaum Stroemung), der Lunch am Flussufer unter einem Baum war kein Highlight und irgendwann hatten wir das paddeln satt. Die letzten paar Kilometer kaempften wir – und gewannen :-)
Nach einer Kleiderwaesche im Fluss hingen wir in die Haengematten & lasen. Das Nachtessen gabs wieder bei den Ladys, die uns mit einem herzlichen Lachen begruessten.

Am naechsten Morgen gings weiter, mit dem Boot ueber den Fluss etc. (das kennt ihr ja schon), nach Pakse. Dort nahmen wir am spaeteren Nachmittag einen klapprigen Bus nach Tad Lo, einem verschlafenen Kaff im Bolaven Plateau. Unterwegs kamen wir an eine Unfallstelle. Fuer den Bus leider nicht passierbar. So warteten wir geschlagene 4h am Strassenrand, es wurde dunkel, die meisten Buspassagiere wurden von Bekannten/Verwandten/was-auch-immer abgeholt und wir knabberten vor lauter Hunger etwas zerlaufene Schweizer Schoggi. Endlich, endlich gings weiter. Wir wollten schon die 2km von der Strasse nach Tad Lo laufen, doch ein Tuktuk brachte uns dorthin, direkt zu Madame Pap, ein uns bekochendes Mami fuer die naechsten eineinhalb Tage. Bald fielen wir in die harten Betten, in unsere Schlafsaecke, da die Betten nicht frisch bezogen waren…
Am naechsten Tag machten wir uns, gestaerkt mit einem riiiiiiiesigen Pancake von Mama Pap, auf, ein Trekking zu organisieren, was leider nicht ging. Keiner bot ein laengeres Trekking in der Region an, so machten wir uns halt alleine auf den Weg. Allzu weit kamen wir nicht, wir spazierte etwa 4x durch dasselbe Dorf (von allen Seiten einmal) & der Weg am Fluss entlang verlief in den Steinen. So kehrten wir halt um & badeten dafuer umso ausgiebiger im Becken eines netten Wasserfalls. Dann gings zurueck nach Tad Lo, wo meine Schwester sich niederlegte & nicht mehr aufstand. Magen-Darm-Grippe oder sowas in der Art. Alleine mit ein paar anderen Touristen und natuerlich Mama Pap ging ich am Abend an ein Dorffest ganz in der Naehe, wo ein Wasserbueffel geschlachtet werden sollte. Als wir ankamen lebte er noch. Bis am naechsten Tag um 6h frueh sollte ihm sein Leben vergoennt sein. Solange wollte ich dann doch nicht zuschauen, wie sich die Maenner mit Lao-Lao (Reiswhisky) betranken & ging bald mal wieder nach Hause, zusammen mit den meisten anderen Touris auch.
Der naechste Tag war der Reise gewidmet. Bis wir meine Schwester und unserer Rucksaecke reisefertig hatten, verging der Vormittag und dann fuhr auch noch ewig lange kein Bus. Endlich sassen wir in einem ziemlich abenteuerlichen “Bus” (bzw. was mal ein solcher war) nach Pakse. Diese Fahrt verlief ohne Zwischenfaelle, wenn man davon absieht, dass an jedem Ort gehalten wurde & der Bus bis obenhin vollgestopft wurde, bis wir dachten, er platze gleich.
Kaum angekommen organisierten wir ein Nachtbus-Ticket nach Vientiane, der Hauptstadt von Laos. Ich zog dann alleine in die Stadt los, um Futter zu  und Wasser fuer die Kranken und Schwachen zu besorgen & noch etwas herumzulaufen.
Wir waren aus dem Haeuschen was den Bus betrifft: totaler Luxus, ein richtiges Bett war da drin! Leider loeschten sie das Licht um 20.30h, aber dank Taschenlampe konnten wir noch etwas unter der Bettdecke lesen :-)

Mehr oder weniger frisch in Vientiane angekommen, besorgten wir sogleich die Weiterfahrt nach Luang Prabang. Nochmals eine Nacht im Bus, aber diesmal ohne Bett. Wir stellten unsere Ruckis ein, gaben einige Kilos Schmutzwaesche ab & erkundeten die Hauptstadt. Ein ruhiger Ort, sehr nett und gar nicht so gross!

Als naechstes wollen wir aber trekken gehen, deshalb schleppen wir ja auch Wanderschuhe mit. In Luang Prabang ist es soweit, es ist schon organisiert. Juhuuuuuiiiiii, 2 Tage Abenteuer (vielleicht) :-)

Kambodscha

Ja die grosse Reise begann ziemlich chaotisch. Statt puenktlich mit meiner Schwester ins Flugi nach Ho Chi Minh zu steigen, genehmigte ich mir ausserplanmaessig eine Nasenkorrektur, um meine Gesichtssymmetrie wieder in Lot zu bringen. Dann endlich durfte ich die Arbeitsweise der Swiss-Crew naeher kennenlernen. So ein 10h-Flug kann sehr lang sein, aber da ich unbedingt nach Bangkok musste, nahm ich den beruehmt-beruechtigten Jump-Seat mit viel herausgedrueckten Traenchen und einem Handkuss in Beschlag.

Endlich im feuchtwarmen Bangkok angekommen nahmen mich meine Schwester und ein aufblasbares Hello-Kitty mit etwas Groesserem (aber nicht weniger Tollem) dahinter in Empfang. Drei Tage spazierten wir in 3er- und 2er-Konstellation in der Hauptstadt Thailands umher, gefuehlte 3483979834753985 Mal die Khaosan-Road rauf und runter, weil unser Hostel dahinter lag, und shoppten till we droppten (oder so aehnlich).

Am Tag 5 gings mit dem Nachtbus nach Trat, wo ich meine vorgereiste Schwoe morgens um 4.30h aus dem Bett klopfte, wir noch etwas doesten und daenn ueber die Grenze nach Kambodscha reisten. Den ziemlich laecherlichen “Gesundheitscheck” (Temperaturmessen fuer 20 Baht) liessen wir dankbar aus.
Ziemlich direkt gings nach Sihanoukville, an den Strand. Dort goennten wir uns ein chices Zimmer fuer 7 Dollar, Pedicure fuer deren 3, waehrend wir einen Lychee-Drink schlueften, und einen anstaendigen Sonnenbrand beim Strandspaziergang am Tag danach. Nicht dass wir uns nicht eingeschmiert haetten, aber jeder vergessene oder vernachlaessigte Quadratzentimeter Haut raechte sich unter der brennenden Sonne.

Weiter gings via Phnom Phen, das wir grosszuegig ausliessen, nach Kompong Chhnang. Nein das muss man nicht kennen. Ein nettes kleines Staedtchen, fast eher ein groesseres Dorf. Ein findiger Motorbike-Fahrer belagerte uns so lange, bis wir am naechsten Tag mit ihm auf eine Tour gingen. Khmer-Style-Riding: drei Leute, ein Bike, kein Helm :-)
Aber es war sehr interessant, wir sahen mehrere floating villages, beobachteten die Leute beim Fisch raeuchern, besuchten den Fischmarkt und den Friedhof der von der Wasserpolizei beschlagnahmten Fischerboote (wegen nicht normkonformen Fischernetzen) und cruisten den Reisfeldern entlang. Einfach nur toll! Dann huepften wir in den stickigen Bus nach Battambang, ohne auch nur einen Tropfen Wasser. Kurz bevor wir Fata Morganas mit herumspringenden Wasserflaschen sahen, stoppte der Bus und wir enterten die Kuehlbox.

Battambang hatte einiges mehr an Touristen, aber noch immer war es eher eine nette Stadt und kein stinkendes Grossstadtloch. Als wir kaum in unserer netten Unterkunft angekommen waren, nahm sich ein smarter Tuktukfahrer-Reisefuehrer-Hotelangestellter unserer an und verkaufte sich und seine Touren sehr gut. So tuckerten wir kurz darauf mit ihm zum Bamboo-Train, ein improvisiertes Abenteuer auf echten Railways, der uns zum romantischen Sonnenuntergang hinter den Reisfeldern brachte. Der junge Mann sprach wirklich sehr gut englisch, er war IT-Student. Wir fragten ihn Loecher in den Bauch & buchten ihn auch gleich noch fuer den naechsten Tag. Es war ziemlich enttaeuschend, als am naechsten Morgen ein Kollege von ihm uns erwartete. Aber auch er brachte uns zum gewuenschten Ort, wo die Roten Khmer viele Leute umgebracht hatten & einige Buddhas herumstanden. Leider war nichts angeschrieben & so spazierten wir halt einfach etwas herum & freuten uns an den zahmen Affen. Dann, bevor wir zurueck fuhren, starteten wir dennoch unsere Fragerunde, und ohalaetz, der Mann wusste auch viel zu erzaehlen. Zufrieden tuckerten wir zurueck, erholten uns von den geschaetzten 45 Grad und planten einmal mehr unsere Weiterreise.

Als Naechstes stand Siem Reap mit seinem Angkor Wat auf dem Programm. Dorthin fuhren wir aber nicht mit dem Bus, sondern mit dem Schiff. Statt den angekuendigten 6h dauerte die Fahrt ueber 8h, an praller Sonne, vorbei an floating villages mit vielen winkenden Kindern. Ein paar Mal kollidierten wir mit der Uferbepflanzung (jaja, der Fluss war ziemlich kurvig an einigen Stellen) & warfen uns dabei flach aufs Dach. Die Sonne brannte und auch die beste Sonnencreme der Welt bewahrte uns nicht vor einigen roten Stellen.

In Siem Reap angekommen wartete bereits ein netter Tuktuk-Fahrer, von Battambang organisiert. Er brachte uns sicher in die Stadt, direkt zu einem teuren Hotel (die billigen Zimmer waren gerade ausgegangen – ja genau). Wir dankten fuer den Gratis-Transport, schnappten unsere Rucksaecke & machten uns zu Fuss auf den Weg. Nach wenigen hundert Metern fanden wir unsere Perle: ein Zimmer fuer 5 Dollar, eigenes Bad, sehr herzig gemacht. So blieben wir ganze drei Naechte & die blutjungen Portiers waren jeden Tag etwas verliebter :-)
Am naechsten Tag wollten wir frueh aus den Federn, doch wir schafften es nicht. So blieben wir liegen und radelten gegen Mittag mit quietschenden Bikes in Richtung Angkor Wat. Eigentlich wollten wir zum Minen-Museum, doch das fanden wir nicht. Eine nette Kontrolleurin am “Checkpoint” wies uns darauf hin, dass das Museum vor zwei Jahren verlegt wurde, ca. 30km ausserhalb der Stadt. Das war definitiv zu weit weg fuer unsere Drahtesel. Doch der “Zufall” wollte es, dass ihr Sohn auch noch dort war und ein Motorbike besass und gewillt war, uns fuer ein paar Dollar dorthin zu fahren. Wir stimmten zu, stetzen uns zu dritt auf das Gefaehrt und los gings.
Das Minenmuseum war sehr eindruecklich, wir waren erschuettert. Mit je einem Kloss im Hals von etwa 1m Durchmesser traten wir die Rueckfahrt an, holten unsere Klapperraeder wieder ab, futterten ein paar zerquetschte Zampe d’Orso, besorgten uns Tickets fuer den Angkor Wat fuer den naechsten Tag & ab gings nach Hause.
Schon um 5.30h gings am Tag darauf mit dem Fahrrad zum Angkor Wat. Im Dunkeln radelten wir die grosse Strasse entlang, immer kurz davor, von Tuktuks angefahren zu werden oder eine der Strassenwischerinnen umzufahren. Endlich waren wir dort und erwarteten gespannt mit ca. 34583972348293702385 anderen Touristen den Sonnenaufgang. Es war schon taghell, als endlich etwas den Horizont aufstieg. Naja. Wir waren etwas enttaeuscht. Dennoch machten wir uns auf die Socken & kletterten auf den Ruinen umher als gaebe es kein Morgen. Noch frisch wie junge Gaemsen traten wir die Weiterfahrt auf dem Big Circuit an. Viele “Sehenswuerdigkeiten” unterwegs liessen wir aus, wir mochten nicht jeden Steinhaufen angucken. Lieber streichelten wir runzlige Elefantenhaut von den Viechern die dort herumstanden und auf Touristen warteten. Irgendwo im Nirgendwo stoppten wir fuer eine Zwischenverpflegung, und prompt wurden wir herangeschrieben “Ladyyyyyy, come heeeere, ladyyyyyyyy”. Ok, ok, da sind wir ja. Weiter gings, zum Ta Prohm, unserem Favoriten unter den Steinhaufen. Dort waren nicht nur viele, viele, viele, ja wirklich viele Japaner mit enormen Kameras (wir waren immer wieder beeindruckt!), sondern auch Baeume, die mit und in die Ruinen verwachsen waren. Ein ganz spezieller Ort. Und super fuer Jump-Fotos :-)
Den Abend liessen wir bei einer Massage der “Seeing Hands” ausklingen. Blinde massieren dort fuer 5 Dollar die Stunde. Und erst noch unglaublich gut! Durchgeknetet verliessen wir das kleine Straesschen und stuertzten uns in den Nightmarket.

Der letzte Tag in Siem Reap war dem Kulinarischen gewidmet. Wir machten einen Kochkurs. Ausgeruestet mit hochstylischen orangen Kochschuerzen und -muetzen begannen wir zu ruesten und schnetzeln und brutzeln und ruehren was das Zeug hielt. Das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen. Meine Schwester machte Mangosalat, Khmer-Soup und ein Sago-Kuerbis-Dessert, ich brillierte mit Fresh Springrolls, Vegetarischem Amok und einem Sago-Bananen-Dessert. Es war klar, dass wir das unmoeglich fertig essen konnten. So liessen wir es uns verpacken und assen am Abend dasselbe nochmals. Vorher aber kauften wir auf dem Markt ein tolles Ruestmesser. Frauen halt :-)

Am naechsten Tag gings frueh los, Richtung Stung Streng. Die Halunken wollten viel zuviele in einen Minibus quetschen, wir protestierten laut. Dann ploetzlich gings, es wurde ein zweiter organisiert. So gings etwa 3h Richtung Osten, dann wechselten wir in einen groesseren Bus, der uns via Kratie nach Stung Streng brachte. Wir entschieden uns, noch weiter zu fahren, ueber die Grenze nach Laos, zu den 4000 Islands. Gesagt – getan.

Und dann waren wir auch schon in Laos…

Von den Kindern

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.

Khalil Gibran

Im heiligen Land

Zwei Wochen ist es her, da war ich in Israel. Eigentlich war ursprünglich eine Städtereise nach Tel Aviv geplant, doch schon bald merkten wir, dass alles rundherum einiges interessanter sein würde als diese eine Grossstadt am Meer. So planten wir eine Turbo-Rundreise mit eigenem Auto im nördlichen und zentralen Israel.

Tag 1: morgens mit unseren Staff-Tickets nach TLV geflogen, nette Filme geschaut. Bei der Einreise bereits erste Probleme: mein Begleiter hatte einen Libanon-Stempel im Pass – es folgten eine Stunde Warten, bevor er seine Flughafen-Staff-Karte zückte & wir unverzüglich einreisen konnten. Bis wir das Auto geholt hatten, ich mich noch erleichtert hatte & wir wussten, wohin wir überhaupt fahren wollten, war es dunkel. So tuckerten wir nach En Gedi am toten Meer, hielten unterwegs in einem orientalischen Restaurant an & assen unser erstes Hummus. Es würde nicht unser letztes bleiben…nach Abklappern der Jugis & der Field School entschieden wir uns für die billigste Variante, setzten uns zu drei anderen Reisenden (eine Amerikanerin, ein Slowake und eine Deutsch-Südafrikanerin) & redeten bis tief in die Nacht.

Tag 2: noch vor Sonnenaufgang aufgestanden packten wir ein  bisschen Proviant ein & fuhren nach Masada, eine ehemalige jüdische Festung auf einem Berg (guggsch du Wikipedia). Wir spurteten die angeblich stündige Wanderung in 35 Minuten ab & sahen dennoch kaum den Sonnenaufgang. Einmal im Jahr hats dort Nebel – wir erwischten diesen Tag. Es war trotzdem schön & wir kauten etwas Pitta-Brot, während die Sonne langsam zu wärmen begann. Dann stolperten wir etwas in den Ruinen herum, spurteten wieder hinunter & gönnten uns ein Frühstück in der Field School. Nach einem Abstecher in einen Kibbutz bzw. dessen Lädeli gings weiter zum Versteckten Wasserfall. Der Weg dorthin war toll und wir freuten uns auf das kühlen Nass. Wir mussten uns jedoch gedulden, bis die Gruppe religiöser Buben abgezogen war, bevor wir (Frauen) unsere Luxuskörper im Bikini zeigen durften. Der Wasserfall war zwar eher in Wasserfällchen, aber dennoch nett. Das Beste kam aber erst: kaum zurück gings ans tote Meer. Das war wirklich ein Erlebnis! Abgesehen davon, dass man tatsächlich nicht untergeht & die Haut ganz “seifig” wird, habe ich zwei Dinge gelernt: auch nur den salzigen Finger in den Mund nehmen könnte für eine Jod-Vergiftung reichen und ein Spritzer ins Auge macht einen zum einäugigen Piraten, bis man mit einer Flasche Süsswasser ausgespült hat. Nach einer ausgiebigen Dusche gings weiter nordwärts, einmal durch die Westbank (mit anschliessender gründlicher Kontrolle des Autos & des Inhaltes) und zum See Genezareth, genauer gesagt Tiberias. Dort schlugen wir uns in einem etwas nobleren aber sehr preisgünstigen Restaurant die Bäuche voll & spazierten durch die Strassen.

Tag 3: Auf gings am nächsten Tag noch weiter nordwärts, dem See entlang (der aber nicht so spannend war, wie wir fanden). Kurz nach dem Start gabelten wir eine junge einheimische Dame auf, die zu ihren Eltern fuhr & dann noch eine ältere Deutsche, die  zu Fuss verzweifelt ein Kloster suchte, das aber ziemlich weit weg oben am Berg lag. Beide brachten wir glücklich ans Ziel bevor wir in Katzrin ankamen, wo wir uns mit Wein, Olivenöl und Konfitüre eindeckten. Dann wollten wir in die Golan-Höhen. Wir gingen auch tatsächlich, doch es war etwas enttäuschend. Die Strasse führte kurvig in die Höhen, doch die Aussicht war nicht soooo berauschend und oben angekommen waren nicht nur die Skilifte geschlossen wegen Schneemangel, sondern auch die Soldaten überfordert, als wir eine weiterführende Strasse suchten. Irgendwann stellten wir fest, dass die auf unserer Karte eingezeichnete Strasse militärisches Sperrgebiet sein musste. So fuhren wir wieder runter, etwas westlich und dann wieder etwas südlich. Unterwegs wollten wir verschiedene Pärke/Wasserfälle/ Quellen und/oder Festungen besuchen und dort unser Mittagessen einnehmen. Unser Pech wollte es, dass an einem Freitag alles um 15h oder 16h schliesst und wir jedesmal vor verschlossenen Toren standen (ja, auch Naturplätze haben ihre Öffnungszeiten, auch wenn sie gratis sind…). Mein Bauch knurrte & meine gute Laune flog dahin, so mussten wir wegen akuter Explosionsgefahr meinerseits eine Picknickpause einlegen, was wir an einem netten Plätzchen auch taten.
Eigentlich wollten wir weiter nach Safed (auch Zefat oder Zfat genannt), ein hoch religiöses Städtchen und Wiege der kabbalistischen Mystik (oder so). Da wir aber ausgerechnet an einem beginnenden Sabbat & erst noch zu Chanukka dort herumschlichen und voraussichtlich NICHTS geöffnet haben würde, entschieden wir uns doch lieber für das nahegelegene Künstlerstädtchen Rosh Pina. Ein Glückstreffer! Das Wetter war uns zwar nicht mehr hold gesinnt und eine Unterkunft war wegen eines Filmfestivals & 1000 Leuten vom Fernsehen, die dort übernachten wollten, nicht zu bekommen. Doch wir fanden uns mit einer Nacht im Auto ab, genossen himmlische Süssigkeiten im “Chocolate Café”, gingen weiter in eine Bar wo mein Begleiter wieder mal seine unglaublichen Socializing-Fähigkeiten einsetzte &  uns ein Bett bei einem israelischen Pärchen bescherte.

Tag 4: Juhui, ausschlafen :-) Es regnete in Strömen, wir lungerten noch etwas herum und wurden dann gegen Mittag zu einem jemenitischen Frühstück bei einem Bekannten des Pärchens eingeladen. Was wir dort vorgesetzt bekamen war köstlich! Mit vollem Bauch setzten wir unsere Weiterreise fort, begutachteten Safed durch die Regenschwaden & fuhren weiter Richtung Westen, also Richtung Meer. In Akko parkierten wir das Auto & erkundeten die Altstadt zu Fuss und in Dunkelheit. Es war mir nicht ganz so wohl dabei, doch mein Begleiter war unbekümmert, engagierte einen jungen Araber als Stadtführer, der uns sicher zu den Hostels brachte, die wir suchten. Sie waren uns jedoch zu teuer, so gings zurück zum Auto, nicht ohne Abstecher zum Strand, wo ich mir den Wind um die Ohren blasen liess. Im Kibbutz von Nes Amim versuchten wir unser Glück. Die Rezeption war geschlossen, die jungen Helfer gaben jedoch ihr Bestes & offerierten uns ein Schlafplätzen. Wir entschieden uns dennoch fürs Auto. Eingemummelt in unsere Schlafsäcke, mit einer Katze die auf dem Autodach herumturnte & gelegentlichen Regentropfen schliefen wir ein.

Tag 5: Wir durften mit den Helfern frühstücken & wurden sogar dazu eingeladen! Weiter ging unsere Reise nach Norden. Ganz nahe der Grenze zum Libanon befinden sich Höhlen am Meer, Rosh Hanikra genannt. Dort trafen wir auf ein Ami-Pärchen, das wir in Masada bei den Ruinen getroffen hatten – was für ein Zufall! Sie waren ganz aus dem Häuschen, so wie Amis halt sind, inkl. “oh my Gooooosh” :-) Ein Teil der Gänge war gesperrt wegen hohen Wellen & leichter Überflutung. Doch da wir extremly crazy waren zogen wir einfach unsere Schuhe aus & sprinteten mutig durch das nicht sehr tiefe Wasser in den Gängen. Natürlich nicht ohne vorher abgeklärt zu haben, dass der sichere Ausgang gleich um die Ecke war. Dann überredeten uns die Amis, noch zu einer weiteren Höhle mitzukommen. Diese stellte sich dann eher als “Felsenbogen” heraus, nicht sehr spektakulär, doch wir nutzten den Ort für einige tolle Jump-Bilder. Dann trennten sich unsere Wege, worüber wir nicht sehr unglücklich waren. Wir fuhren wieder südlich, nach Akko, verbrachten den Nachmittag mit Sightseeing und Hummus essen & gingen dann, als es bereits wieder dunkel war, nach Haifa. Der berühmte Mt. Carmel sahen wir bei Nacht, die Aussicht über die Stadt war einfach nur toll! Ich muss aber wohl mal noch bei Tageslicht kommen, denn er ist wirklich – wow! Da wir noch unsicher waren, ob wir gleich weiter nach Jerusalem fahren sollten oder doch lieber in Haifa übernachten sollten, gingen wir erst mal an den Strand etwas trinken. Dass es dazu noch eine ordentliche Wasserpfeife gab will ich hier nicht verleugnen. Es war das erste Mal in meinem Leben und es war lustig :-) Wir lungerten gemütlich auf den tollen Sitzgelegenheiten herum, plauderten mit der äusserst netten Serviertochter & bekamen von ihr und ihrem Freund eine Übernachtungsmöglichkeit angeboten. Leider war ihr Feierabend erst gegen 2Uhr in der Früh. Wir beschlossen, ein Mitternachtsbad im Meer zu nehmen, trotz stürmischem Wind & ungemütlichem Regen. Gesagt, getan. Übermütig stürzten wir uns ins gar nicht so kalte Wasser, sprangen wieder raus & duschten gründlich in der öffentlichen Dusche, nicht ohne verwunderte Blicke von jugendlichen Strandhängern. Dann gings zurück zum Auto, rein in die warmen Kleider & dann übermannte uns der Schlaf. Kurz vor 2h gingen wir zurück zur Bar, doch die war vorzeitig geschlossen, unsere nette Serviertochter weg & es blieb nichts anderes übrig, als zurück zum Auto zu gehen & die restliche Nacht dort zu schlafen.

Tag 6: Ich schlief noch, als mein Begleiter den Motor startete & Richtung Jerusalem losfuhr. Es hatte überall zu viele Autos & so dauerte es länger als geplant, bis wir endlich in Jerusalem ankamen. Zuerst gings zum Mt. of Olives. Ein Parkplatz zu finden in der Nähe der Stadtmauer war ein Ding der Unmöglichkeit, doch nach endlosem Herumkurven hatten wir Glück. Jerusalem in einem Tag – eigentlich eine Verrücktheit bei der Anzahl Sehenswürdigkeiten! Wir beschränkten uns auf ein paar & umrundeten die Stadt auf den Stadtmauern. Bei Einbruch der Dunkelheit waren wir bei der Klagemauer – ein eindrückliches Erlebnis, vor allem als wir danach auf  ein Hausdach stiegen & die Szenerie von oben betrachten konnten. Doch wir blieben nicht in Jerusalem. Wir holten unser Auto inkl. Busse (*hüstel*) und brausten Richtung Tel Aviv. Dort gab es wieder mal ein anständiges Bett und eine richtige Dusche, danach folgte eine lange Nacht in einer Disco.

Tag 7: Wir konnten unseren einen Tag in TLV nicht verschlafen! So gings früh raus aus den Federn, um die Metropole zu erkunden. Nach einem Sabich, eine Art israelischer Döner (vegetarisch), streiften wir durch Märkte und Gassen, sassen eine Weile am Strand & bereiteten uns innerlich auf die Rückkehr in die kalte Schweiz vor. Da unser Flug sehr früh am Morgen ging, schlugen wir uns die Nacht um die Ohren. Wir gingen ins Kino, machten Modenschau mit Flohmarktkleidern (ich fotographierte), gönnten uns zum ersten Mal in Israel ein Eis & verpulverten unsere letzten Schekels in einer Bar. Dann gings an den Flughafen.

Tag 8: Nach einer gründlichen Kontrolle unserer Rucksäcke & intensiver Befragung (ich will auf Details nicht eingehen) wurden wir endlich zum Check-in zugelassen. Mein Begleiter flog mit El Al nach Zürich, ich verbrachte den Tag noch am Flughafen, um mein Gepäck gekringelt schlafend und flog am Nachmittag mit der Swiss nach Hause. Weshalb das so war ist eine lange Geschichte, die ich lieber mündlich wiedergebe.

Tja, so ging diese Woche rasend schnell vorbei…so viel gesehen und so viel ist noch zu sehen. Need to go again, glaube ich :-)

Bubi spiele Bubi gsund

Der Kleine ist unterdessen gar nicht mehr so klein und alles andere als ein Federgewicht. Macht nichts. Er schreit auch manchmal und übergibt mit Vorliebe halbverdaute Milch auf Gotti’s Schulter. Macht nichts. Zwei Wickel-Ereignisse  bleiben unvergessen: einmal auf einer Waschmaschine mit vollem Druck Entleerung in meine Richtung und ins ganze Badezimmer. Ein ander Mal im Wechsel Erleichterung flüssig und mittelfest während ich eigentlich die Windel anziehen wollte. Bilanz: 195473853452937234 Nas- und Feuchttüechli verbraucht, Wickelunterlage im A***, Gotti verzweifelt, Eltern des Kleinen mit Lachkrampf. Macht nichts. Mit dem Brei geben haben wir erst  gerade angefangen, Erfolg erst mittelmässig. Macht nichts. Vom Rücken auf den Bauch drehen geht, zurück nicht und ab und zu verkeilt sich ein Arm unter den paar Kilo Körpergewicht. Macht nichts.

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Denn der Kleine ist allerliebst wenn er einen anlacht, da kann man gar nicht anders, als mitzugrinsen. Wenn er in den Armen einschläft. Mit  grossen Augen in die Welt guckt. Quietscht und brabbelt.

Es ist toll, den Kleinen jeweils eine Zeit zu knuddeln, zu schöppeln, wickeln, herumzutragen und mit ihm zu spielen. Dann aber ebenso schön, ihn wieder der Mami in die Hand zu drücken :-)

Vom Leben

Into each life some rain must fall
some days must be dark and dreary

Henry Wadsworth Longfellow

Wickeln

So, ich habe meine Gotti-Prüfung bestanden. Den Kleinen gewickelt. War gar nicht sooooo schwer. Wenn er nur nicht gebrüllt hätte wie am Spiess! Ich befürchtete, dass entweder die Polizei wegen häuslicher Gewalt oder die Nachbarn wegen Ruhestörung vorbeikommen würden. Aber das taten sie dann doch nicht und ich konnte mich mit all meinen vorgestellten Muttergefühlen dem Kleinen annehmen. Zuerst trockenes Tüechli, dann feuchtes Tüechli, Windel in blauen Eimer, Papier in den weissen, pudern, schmieren, cremen, ölen, massieren, reiben, tupfen, singen, plappern, trösten. I did it all.
Zum Schluss war der Kleine sauber, trocken und auch wieder ruhig, vor allem als er an meinem T-Shirt zu nuckeln begann. Dort gabs zwar keine Milch aber immerhin mit Baby-Waschmittel gewaschenes Textil. Auch nicht schlecht… :-)

Natur

Weisch i stoh halt uf Natur
Bi allem wo ungschminkt isch und puur
Weiss me vo afang ah, was me erwarta cha
Weisch dört düre bin i stur
Wär mi so nimmt wie i bin
Wird sicher nie im Läba cho und säga
i sigi einisch besser gsi

Plüsch

Um ein Haar

Letzthin war ich mit meinem Motorrad in der Stadt unterwegs.
Gerade wollte ich an einem Autofahrer auf der zweiten Fahrspur vorbei, als dieser ziemlich abrupt bremste. Ich sah nur noch diese kleine, zierliche Frau vor mir auf dem Fussgängerstreifen, so so nah an meinem Motorrad und ich war noch so so viel zu schnell. Ohne auch nur einen Gedanken im Kopf bremste ich voll ab, mein Hinterrad schlug aus und ich bremste weiter und weiter und betete innerlich, die Frau möge stehenbleiben oder ein Wunder geschehen. Ich sah noch, wie sie den Kopf drehte, in meine Richtung schaute und einfach weiterging, während ich Blut schwitzte und mein Motorrad unter Kontrolle zu halten versuchte. Wie ein Wunder stoppte ich etwa einen halben Meter vor dem Crash, das Herz raste, der Körper zitterte und der Motor war aus. Ausser mir hat es wohl niemand gemerkt, wie knapp es war. Vielleicht besser so. Die Lektion hat mir gereicht.

Es ist mit der Liebe wie mit den Pflanzen

Wer Liebe ernten will,
muss Liebe säen.

Gotthelf

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