Tag 1
Nach diesen strengen, strengen Strandtagen gings nun auf grosse Reise. Nicht gerade ueber den Ozean, doch aber ueber den halben suedamerikanischen Kontinent. Los gings morgens um 5 in Montañita. Gute 3h Busfahrt nach Guayaquil, welche ich fast komplett verschlief (was mir verziehen sein moege). Von dort gings zur Busgesellschaft, welche mich in guten 25h nach Lima bringen sollte. Mein Gepaeck dort abgeladen ging ich Reiseproviant kaufen: Brot, Guetsli, Fruechte und etwa 4Liter Wasser. In weiser Voraussicht legte ich naemlich einen Wasservorrat an, den mich durch die Sahara gebracht haette. Und prompt erhlielten wir ein Becherchen Cola und ein Becherchen Fruchtsaft waehrend der gesamten Reise. Dafuer zweimal Reis mit Poulet. Mein Lieblingsmenu!
Doch die schlussendlich fast 28h brachte ich hinter mich, indem ich las, schlief, ass, aus dem Fenster guckte und mir etwa 5 Stummfilme reinzog. Stummfilme,weil auch nach dem 5. Hinweis, die Lautstaerke sei zu niedrig, nichts aenderte. Naja. Von de n Grenzuebergaengen und Passkontrollen gibts nicht viel zu berichten. Einfach nur warten, warten, warten.
Tag 2
Endlich in Lima angekommen bohrte ich so lange nach Informationen, bis ich mit einem oeffentlichen Bus (statt mit einem teuren Taxi) ins Zentrum gelangte, wo ich in Rekordzeit die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten bestaunte und kurz vor dem Eindunkeln wieder bei der Busgesellschaft war. Dort sass ich dann ein bisschen rum, bis die Angestellten Feierabend hatten. Eine der netten jungen Damen hatte naemlich versprochen, mich an den Flughafen zu bringen. Natuerlich nicht mit dem Auto, sondern mit einem grossen Bus, der Feierabend hatte und uns mitnahm, dann mit einem Minibus mit lauter Peruanern und dann doch noch mit einem Taxi, der mich jedoch nur noch einen Bruchteil des urspruenglichen Preises kostete.
Gesund und munter kam ich am Flughafen an, gab mein Gepaeck auf, mampfte peruanischen Fastfood, zahlte mit meinem allerletzten Bargeld die Flughafentaxe, ging durch die Sicherheitskontrolle – und blieb haengen. Da hatte ich doch tatsaechlich mein Taschenmesser, mein Victorinox, im Handgepaeck. Ich, die am Flughafen arbeitet! Eine Katastrophe! Naja, nicht ganz, dann geben wir doch einfach das Handgepaeck auf. Gut, aber dann muessen Sie nochmals die Flughafentaxe bezahlen. Aber ich habe kein Geld mehr! Dann muss das Messer hier bleiben. Neeeiiiiin! Doch. Neeeeiiiin *heulheul* Ja, ich sammelte meine getrunkenen 4l Wasser und wandelte sie in Traenen um, ueberschwemmte den Sicherheitsbereich und machte alle 2 Minuten einen neuen Vorschlag, wie ich das Ganze umgehen koennte, doch das Personal blieb hart. So heulte ich eine halbe Stunde lang Rotz und Wasser, wegen einem alten Taschenmesser. Aber es war nicht irgendeines, es war MEIN Reisetaschenmesser! Dann hatte ich eine glorreiche Idee: meinen grossen Rucksack aus dem Flugzeug ausladen zu lassen, dort hatte ich naemlich noch ein paar chilenische Pesos, welche ich fuer die Flughafentaxe geopfert haette. Eine LAN-Verantwortliche wollte das Ganze dann einleiten und als sie merkte, dass es wohl einfacher war, einfach meinen Tagesrucksack einzuchecken, nahm sie sich meiner an. So hatte ich am Schluss mein Taschenmesser, musste die Flughafentaxe nicht nochmals bezahlen und war endlich mal wieder ausgeheult
Tag 3
Um 4.50h am Morgen hoben wir von Lima ab und kurz vor 7 kam ich in Tacna an. Dort gabs weniger als 10 Checkin-Schalter, ein Gepaeckband und der Ausgang war gleichzeitig der Eingang. Suess!! Mit dem Bus gings ins Stadtzentrum und an den Bahnhof. Ich wollte mit dem Zug ueber die Grenze nach Chile. Nur leider ging das Ding erst am Nachmittag um 4. Immerhin konnte ich mein Gepaeck abladen und machte mich auf einen Stadtspaziergang. So gegen 10 war ich einfach nur todmuede und wollte schlafen. Nur – wo schlaeft man in einer fremden Stadt? Ich waehlte den sichersten Ort und schlief gute 90Minuten im Sitzen auf dem Holzbank der Kathedrale
Danach erkundete ich den mercado central, ging ins Ortsmuseum und sparte wo es ging, da ich kaum mehr Geld hatte. Auch eine interessante Erfahrung…
Kurz vor 16h gings zur Pass- und Gepaeckskontrolle. Samen und Pflanzenteile einfuehren verboten. Ich hatte natuerlich aus dem Urwald ein paar Sachen eingepackt, die ich nicht abgeben wollte. „Haben Sie was dabei?“ Nein, nur Steine (das war nur halb gelogen, ich hatte auch ein paar Steine dabei). „Gut, danke, auf Wiedersehen“. Und schon sass ich im Klapperzug von Tacna nach Arica. Die Landschaft war alles andere als berauschend, zusammen mit der Hitze sogar eher einschlaefernd. Und dann endlich war ich in Chile, sweet Chile. Kaum angekommen musste ich feststellen, dass wir in einer Stunde Fahrt zwei Stunden Zeitverschiebung eingehandelt hatten. Auweia. Sofort zum Busbahnhof und den ersten Bus nach Iquique nehmen! Nach 4,5h Busfahrt kam ich dann endlich in Iquique an, meiner Enddestination, wo ich von einem Kollegen in Empfang genommen wurde. Mittlerweile war es Tag 4, 00.30h in der Frueh.
Nach vielen, vielen Stunden Reise wollte ich nur noch eines: duschen und frische Kleider anziehen…ins Bett kam ich doch erst gegen 05.00h in der Frueh – der chilenische Ausgang eben. Aber davon spaeter!