So, da war ich nun auf dem Weg zum Strand, genauer gesagt Montañita, eine Partystadt Ecuadors. Nach einem Monat Kaelte, Abgeschiedenheit, Muecken und Dreck wollte ich mal wieder unter die Leute, etwas verrueckt sein und meinen Luxuskoerper an der Sonne brutzeln lassen.
Am Busbahnhof in Guayaquil gabs genau eine grosse Warteschlange: diejenige fuer Tickets nach Montañita. Ich ergatterte ich eine Fahrkarte fuer 16.30h und musste somit noch gute 4h am Terminal verbringen…mit Verspaetung gings dann los und als es schon dunkel war kamen wir an. Ich machte mich auf die Suche nach einer billigen Unterkunft. Schon bald traf ich auf drei flippige Jungs mit Rastas und Rucksaecken, die mich ohne weiteres in ihr Grueppchen aufnahmen und so fanden wir zu viert ein bezahlbares Zimmer.
Danach gings was essen und schon tranken wir etwas Bier am Strand und redeten uns den Mund fusselig. Einer der Jungs (alles Argentinier zwischen 24 und 30) ging frueh schlafen, mit den anderen zwei gings noch zu den Strandbars auf einen Maracaibo und ein Taenzchen. Gegen 5Uhr morgens suchten wir dann unser Hostel und fanden es im etwa fuenften Anlauf. Nein, nicht wegen dem Alkohol, sondern weil wir uns nicht mehr sicher waren, in welcher Strasse das war.
Am naechsten Morgen glaubte ich es schon sehr spaet, sprang aus dem Bett direkt in die Dusche und rannte zum Internet-Cafe. Es war 08.15h. Aber meine Pruefungsergebnisse der Uni waren online. Nur hatte ich in der Eile den Zettel mit dem Passwort auf dem Bett liegen gelassen. Mit schnellen Fuessen rannte ich zurueck und mit zittrigen Fingern tippte ich das Passwort ein. Mein Herz raste und als ich auf der Liste sah: „bestanden“ kreischte ich los, sprang herum und haette die Welt umarmen koennen. Ein paar erklaerende Worte spaeter waren auch die Leute um mich herum beruhigt und gratulierten mir. Freudehuepfend ging ich ins Hostal zurueck, nahm die Umarmungen meiner Zimmerkollegen entgegen und wir gingen was essen. Spaeter zog ich alleine los, um eine Tour zur Isla de la Plata fuer den naechsten Tag zu organisieren. Danach pflanzte ich mich zu den anderen an den Strand, ging im warmen (!!) Wasser baden und als Wolken und Nieselregen kamen, ging ich. Der Abend war schon vorprogrammiert: wir mussten meinen Erfolg begiessen. Und haette ich nicht bestanden, haetten wir meinen Misserfolg verdraengen muessen. So oder so war also ein wilder Abend angesagt. Leider war aber nicht viel los, die Lokale wollten wohl fuer die Carnaval-Tage (das kommende Wochenende) sparen. Dennoch gingen wir nochmals etwas unter die Leute, an die Strandbar und in ein anderes Lokal. Ich verabschiedete mich jedoch zeitig, da ich am naechsten Tag frueh los musste.
Nach etwas Schlaf ging ich frueh auf den Bus nach Puerto Lopez, wo ich das noch schlafende Fischerdorf erkundete, einen Fruchtsalat ass und mit etwa 12 anderen Touristen (Ecuadorianer, Kanadier und US-Amerikaner) auf ein Schnellboot verfrachtet wurde. Nach etwas mehr als einer Stunde erreichten wir die Isla de la Plata, auch Mini-Galapagos genannt, was gelinde gesagt etwas uebertrieben ist. Bei drueckender Schwuele marschierten wir los, sahen viele piqueros de patas azules und piqueros nazca (irgendwelche Entenvoegel die auf dem Weg rumlungerten), ich hatte meine Freude an kleinen herzigen Eidechsen und sah noch ein paar sonstige Voegelchen, da ich immer etwas zurueck blieb und die Gruppe ohne mich loszog. Nach gut 3h bergauf und bergab waren wir wieder am Ausgangspunkt, gingen aufs Boot, assen unsere Lunchbox (also den Inhalt natuerlich) und montierten Schnorchel-Material. Schlotternd stuerzte ich mich mit 42er-Flossen (es hatte keine kleinere mehr) in die Fluten, schluckte ca. 1l Salzwasser, sah ein paar nette farbige Fische und machte naehere Bekanntschaft mit Mini-Quallen. Dann gings auch schon zurueck. Das Fischerdorf war unterdessen zum Leben erwacht und wirkte schon viiiiiel freundlicher so.
Als ich in Montañita ankam wars schon dunkel, ich suchte meine Freunde und fand sie – an der Strandbar
Ja, dann war der letzte Ausgang angesagt. Es regnete nicht wenig, die Strassen hatten sich in Schlamm verwandelt. Schon bald ging auch ich barfuss, es war am angenehmsten. Meinen Rucksack hatte ich schon gepackt, denn um 05.00h ging mein Bus nach Guayaquil. Dass ich nicht schlafen wuerde hatte ich auch relativ schnell entschieden, ich musste nur noch die Nacht um die Ohren schlagen. Zum Glueck war das nicht so schwierig – der Strand kochte vor Party. Unser Juengster ging wieder als Erster schlafen, die anderen zwei Jungs nahmen mich netterweise in ihre Mitte, damit ich nicht staendig belaestigt wuerde. Ja, das kann man sich nicht vorstellen! Ich wurde angesprochen, an der Hand genommen, um die Huefte gefasst und begutachtet, auch mit Maennerbegleitung! Aber ich hatte dennoch eine sehr gute und lustige Zeit in dieser Nacht, ging dann gegen 04.30h zum Hostel zurueck, packte meine Sachen und sagte: Adieu Montañita, adieu Strand, adieu Hippies.