… können mir eigentlich gestohlen bleiben.
Es ist schon ein bisschen her, doch an Aktualität können solche „Tage, an denen alles schief läuft, was schief laufen kann“ nicht verlieren.
Das ging etwa so:
Ich hatte nicht viel geschlafen, war frustriert aus der Uni gekommen, da die nette Dame in den Übungen chinesisch zu sprechen schien. Oder einfach sonst ohne jegliches Konzept uns etwas vorbrabbelte. Meine verzweifelten Mitschreib-Versuche arteten in hieroglyphische Kunstwerke aus, welche ich schon nach 5 Minuten nicht mehr einordnen konnte.
Dann musste ich ins Training.
Kaum aus dem Haus gestresst wollte die Sporttasche partout nicht so auf den Gepäckträger, wie ich es wollte. Meine Hände waren schon schwarz und schmierig, als sie endlich einigermassen platziert war. Dann fiel mir ein, dass ich ja noch etwas rausnehmen musste. Natürlich war es zuunterst.
Endlich brauste ich los, von der Neben- in die Hauptstrasse, wo mich bereits ein erster Autofahrer anhupte. Es war eine dicke Sau in einem Offroader. Es ist ja die Schuld der anderen, wenn jemand nicht autofahren kann. Kaum den Mittelfinger wieder eingefahren (neiiin, sowas würde ich NIE tun!) rasselte die Tramglocke und vor Schreck fuhr ich beinahe in die Tramschienen rein, woraus ich vermutlich mit dem Krankenwagen wieder geholt worden wäre. Dies blieb mir zum Glück dann doch erspart. Ich radelte bereits ziemlich verschwitzt und mit rekordverdächtig hohem Adrenalinspiegel weiter. Vor dem Rotlicht dann wieder die unfähigen Autofahrer, die so nahe rechts ranfahren, dass man entweder die Seitenspiegel mitreisst beim Vorbeifahren (teure Sache) oder aufs Trottoir ausweicht (fluchende Fussgänger, teure Sache, wenn die Polizei dabei zuschaut). Also musste ich warten bis es grün wurde. Dann die erst recht unfähigen Autofahrer, die 20 Sekunden Reaktionszeit haben, bis sie merken dass es grün ist und dann trotz 200 PS unter dem Allerwertesten anfahren wie eine Uroma im Rollstuhl.
Plötzlich blockiert mein Fahrrad. Ich steige ab und was sieht mein hölzernes Glasauge? Das Spannset hat sich von meinem nur noch einseitig angeschraubten Gepäckträger gelöst und in den Speichen und im Rad verklemmt. Ich würgte und fluchte und ging mit Gewalt dahinter, bis meine Hände vollständig verschmiert, das Spannset beinahe zerrissen und das Rad befreit war.
Endlich beim Bahnhof angekommen. Geld abheben! Doch wo ist meine EC?! Muss wohl noch in der anderen Tasche sein. Kreditkarte? Zu Hause. Kein Geld, kein Einkauf, nichts zu essen zu Hause. Gut, weiter.
Ich trete aus dem Bahnhofgebäude. Es regnet. Und nicht zu knapp. Tapfer radle ich weiter, mein Ziel vor Augen. Pitschepatsche nass angekommen dann das Highlight: es hat aufgehört zu regnen!
Ach ja, diese Tage. Ihr kennt sie sicher alle auch…
Schoggi….? *mitleidsvollerblick*