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So, da war ich nun auf dem Weg zum Strand, genauer gesagt Montañita, eine Partystadt Ecuadors. Nach einem Monat Kaelte, Abgeschiedenheit, Muecken und Dreck wollte ich mal wieder unter die Leute, etwas verrueckt sein und meinen Luxuskoerper an der Sonne brutzeln lassen.

Am Busbahnhof in Guayaquil gabs genau eine grosse Warteschlange: diejenige fuer Tickets nach Montañita. Ich ergatterte ich eine Fahrkarte fuer 16.30h und musste somit noch gute 4h am Terminal verbringen…mit Verspaetung gings dann los und als es schon dunkel war kamen wir an. Ich machte mich auf die Suche nach einer billigen Unterkunft. Schon bald traf ich auf drei flippige Jungs mit Rastas und Rucksaecken, die mich ohne weiteres in ihr Grueppchen aufnahmen und so fanden wir zu viert ein bezahlbares Zimmer.
Danach gings was essen und schon tranken wir etwas Bier am Strand und redeten uns den Mund fusselig. Einer der Jungs (alles Argentinier zwischen 24 und 30) ging frueh schlafen, mit den anderen zwei gings noch zu den Strandbars auf einen Maracaibo und ein Taenzchen. Gegen 5Uhr morgens suchten wir dann unser Hostel und fanden es im etwa fuenften Anlauf. Nein, nicht wegen dem Alkohol, sondern weil wir uns nicht mehr sicher waren, in welcher Strasse das war.

Am naechsten Morgen glaubte ich es schon sehr spaet, sprang aus dem Bett direkt in die Dusche und rannte zum Internet-Cafe. Es war 08.15h. Aber meine Pruefungsergebnisse der Uni waren online. Nur hatte ich in der Eile den Zettel mit dem Passwort auf dem Bett liegen gelassen. Mit schnellen Fuessen rannte ich zurueck und mit zittrigen Fingern tippte ich das Passwort ein. Mein Herz raste und als ich auf der Liste sah: „bestanden“ kreischte ich los, sprang herum und haette die Welt umarmen koennen. Ein paar erklaerende Worte spaeter waren auch die Leute um mich herum beruhigt und gratulierten mir. Freudehuepfend ging ich ins Hostal zurueck, nahm die Umarmungen meiner Zimmerkollegen entgegen und wir gingen was essen. Spaeter zog ich alleine los, um eine Tour zur Isla de la Plata fuer den naechsten Tag zu organisieren. Danach pflanzte ich mich zu den anderen an den Strand, ging im warmen (!!) Wasser baden und als Wolken und Nieselregen kamen, ging ich. Der Abend war schon vorprogrammiert: wir mussten meinen Erfolg begiessen. Und haette ich nicht bestanden, haetten wir meinen Misserfolg verdraengen muessen. So oder so war also ein wilder Abend angesagt. Leider war aber nicht viel los, die Lokale wollten wohl fuer die Carnaval-Tage (das kommende Wochenende) sparen. Dennoch gingen wir nochmals etwas unter die Leute, an die Strandbar und in ein anderes Lokal. Ich verabschiedete mich jedoch zeitig, da ich am naechsten Tag frueh los musste.

Nach etwas Schlaf ging ich frueh auf den Bus nach Puerto Lopez, wo ich das noch schlafende Fischerdorf erkundete, einen Fruchtsalat ass und mit etwa 12 anderen Touristen (Ecuadorianer, Kanadier und US-Amerikaner) auf ein Schnellboot verfrachtet wurde. Nach etwas mehr als einer Stunde erreichten wir die Isla de la Plata, auch Mini-Galapagos genannt, was gelinde gesagt etwas uebertrieben ist. Bei drueckender Schwuele marschierten wir los, sahen viele piqueros de patas azules und piqueros nazca (irgendwelche Entenvoegel die auf dem Weg rumlungerten), ich hatte meine Freude an kleinen herzigen Eidechsen und sah noch ein paar sonstige Voegelchen, da ich immer etwas zurueck blieb und die Gruppe ohne mich loszog. Nach gut 3h bergauf und bergab waren wir wieder am Ausgangspunkt, gingen aufs Boot, assen unsere Lunchbox (also den Inhalt natuerlich) und montierten Schnorchel-Material. Schlotternd stuerzte ich mich mit 42er-Flossen (es hatte keine kleinere mehr) in die Fluten, schluckte ca. 1l Salzwasser, sah ein paar nette farbige Fische und machte naehere Bekanntschaft mit Mini-Quallen. Dann gings auch schon zurueck. Das Fischerdorf war unterdessen zum Leben erwacht und wirkte schon viiiiiel freundlicher so.
Als ich in Montañita ankam wars schon dunkel, ich suchte meine Freunde und fand sie – an der Strandbar :-) Ja, dann war der letzte Ausgang angesagt. Es regnete nicht wenig, die Strassen hatten sich in Schlamm verwandelt. Schon bald ging auch ich barfuss, es war am angenehmsten. Meinen Rucksack hatte ich schon gepackt, denn um 05.00h ging mein Bus nach Guayaquil. Dass ich nicht schlafen wuerde hatte ich auch relativ schnell entschieden, ich musste nur noch die Nacht um die Ohren schlagen. Zum Glueck war das nicht so schwierig – der Strand kochte vor Party. Unser Juengster ging wieder als Erster schlafen, die anderen zwei Jungs nahmen mich netterweise in ihre Mitte, damit ich nicht staendig belaestigt wuerde. Ja, das kann man sich nicht vorstellen! Ich wurde angesprochen, an der Hand genommen, um die Huefte gefasst und begutachtet, auch mit Maennerbegleitung! Aber ich hatte dennoch eine sehr gute und lustige Zeit in dieser Nacht, ging dann gegen 04.30h zum Hostel zurueck, packte meine Sachen und sagte: Adieu Montañita, adieu Strand, adieu Hippies.

Sitten und Angewohnheiten

So, endlich mal noch eine Auflistung der Verhaltensweisen der Shuar-Familie, mit welcher ich knappe zwei Wochen im Dschungel verbracht habe. Dabei hat sich angesammelt, was ich mitnehmen und was ich lieber dort lassen werde:

Mitnehmen:
- aus Wenig Viel machen
- Kultur beibehalten und dennoch offen fuer Neues sein
- kein „ich will nicht“ oder „ich kann nicht“, alle helfen mit wo und wie sie koennen
- miteinander teilen

Dalassen:
- herumspucken (im Haus und in Richtung von Personen)
- ins T-Shirt schnaeuzen (ok, die haben auch selten bis nie WC-Papier oder Taschentuecher, wo soll man sonst reinschnaeuzen)
- alles immer in den Mund nehmen
- alles anfassen (gerne auch mit dreckigen Fingern im Gesicht fremder Leute herumfummeln)
- keine bis schlechte Zahnhygiene
- keine Privatsphaere, kein Respekt vor fremdem Eigentum
- nachlaessiger Umgang mit den wenigen Sachen die man besitzt
- Essen hineinstopfen und mit vollem Mund reden
- lausen und Laeuse essen (!)
- kein Bitte, kein Danke, kaum Lob oder Entschuldigung
- Schlaf nicht respektieren (herumlaermen zu jeder Tages- und Nachtzeit)
- kein Respekt/Gehorchen der Kinder vor den Eltern

Ja, das waer so in etwa die Liste, die ich mir gemacht habe. Aber nicht dass der Eindruck entsteht, es sei schrecklich gewesen dort. Andere Laender, andere Sitten. Die einen kann man uebernehmen, die anderen sollte man vielleicht eher nicht :-)

Puh, ich bin am Ende. Nein, ein paar Reserven habe ich noch, aber nun muss ich endgueltig an die Waerme!!

Gestern gings mit zwei jungen (25 und 31) Herren, beide Guides, auf eine 2taegige Trekking-Tour in den Parque Nacional Cajas (ich sag nur: Wikipedia), ca. 30km von Cuenca entfernt. Geplant war Camping irgendwo unterwegs, das Zelt war von einem von ihnen organisiert, ich bekam einen etwas waermeren Schlafsack (meiner taugt nur fuer Temperaturen ueber 15Grad, was bei etwa 3′700m kaum der Fall sein duerfte) und wir machten uns mit genug Lunch und minimal wenig Wasser (ich bestand auf 1,5 Liter, sie hatte nur knapp je 1Liter dabei) auf den Weg. Irgendwo unterwegs aus dem Bus gehuepft gings los, zwischen Millionen von Paja Brava (eine Art Stroh-Pflanze in der Andenregionen die in Buescheln waechst) durch ueber einen Huegel auf einem nicht wirklich existierenden Weg runter, kreuz und quer, und nach ca. 2h erreichten wir den eigentlichen Inka-Trail, welcher den Park in seinem oberen Teil durchkreuzt. Doch auch dieser Inka-Weg, der angeblich mal 3,5m breit war, hatte seine Tuecken, insbesondere da es in den letzten Tagen viel geregnet hat (neeeeiiiin, SO eine Ueberraschung). So war es ziemlich matschig und dann regnete es auch noch zeitweise, die Aussicht war naja und meine Hosen bis zu den Hosentaschen hoch nass, da mein geliehener Regenponcho zwar unglaublich hip aussah (…) aber leider nicht ganz wasserdicht war. So gegen 15Uhr kamen wir an unserem Uebernachtungsplaetzchen an. Ich war etwas ueberrascht, da ich eine viiiiel laengere Marschzeit erwartet hatte. Kurz vor einem weiteren Nieselregen-Guss stellten wir das Zelt auf. Ein 2er-Zelt ohne Aussenzelt und Vordach. Ich verwarf die Haende. Dass wir keine Maetteli und keine Zelt-Unterlage dabei hatten, war das eine. Aber es war Regen angesagt und diese Globis schleppen ein Strand-Zelt mit, das nicht mal fuer ein Open-Air taugt?!?
Es blieb nichts anderes, als zu akzeptieren und mit einem der Guides machte ich mich auf zu einem kleinen Spaziergang im „Papierbaum-Wald“ (sah eher aus wie ein verwunschener Wald aus Herr der Ringe) und etwas den Huegel hoch. So gegen 17Uhr waren wir zuerueck und die Herren versuchten, ein Feuer zu machen. Natuerlich war das Holz nass, doch die Idee war, mit viiiiielen Paja Brava (eben dieser strohaehnlichen Pflanze, die prima brennt) die Scheite zu trocknen und in Brand zu setzen. Kurz vor der Rauchvergiftung begann es wieder zu nieseln und dann zu regnen. Etwas spaet entschieden wir uns, ins Zelt zu kriechen. Wir waren alle ziemlich nass, das Zelt liess natuerlich durch (trotz den zwei geopferten Ponchos welche wir darueber warfen und die uns vermutlich vor einer Tropfsteinhoehle bewahrten) und ich fror jaemmerlich. Im Zelt (!!) koechelten wir eine Suppe und als es schon dunkel war ueberwanden wir uns alle noch zu einer Pipi-Tour ums Zelt herum. Dann krochen wir in unsere Schlafsaecke, ich zog meine zweiten, trockenen Hosen an, ein Odlo-Shirt, ein T-Shirt, eine Wollmuetze und mummelte mich in meine geklaute Iberia-Flugzeugdecke, welche mich vermutlich vor dem Erfrierungstod bewahrte. Dann tranken wir eine Flasche Zuckerrohr-Schnaps, der eine Guide schnarchte vor sich hin, waehrend der zweite total Freude hatte, so nah neben mir schlafen zu koennen und mir seine Zuneigung gestand. Gluecklicherweise hatte ich erwaehnt dass ich Schwarzgurt-Jiuka bin und einen Freund habe, so wagte er es nicht, sich ungebuehrlich zu naehern. Schlafen konnte ich dennoch nicht, da der Zeltboden und die Zeltwand feucht waren, mein billiger Schlafsack somit auch (sogar innen) und ich glaubte schon, ich muesse hier sterben. Ich waere nicht die erste und vermutlich auch nicht die letzte gewesen, denn es kommen immer wieder Leute in diesem Park um, gerade weil sie das Wetter unterschaetzen. Doch mir sollte noch etwas Lebenszeit  gegoennt sein und ich erlebte den Sonnenaufgang mit einer geschaetzten Koerpertemperatur von 10 Grad. Alles, aber wirklich alles war nass, ich musste zitternd meine nasskalte Jacke anziehen und hatte die tolle Idee (ich meine das ernst!), Plastiksaecke in meine Wanderschuhe zu stopfen. Nachdem wir das Zelt abgebaut hatten machten wir uns mit steifen Glieder auf den Weg. Etwa 5h Marsch warteten auf uns, viel Matsch, ein Zwergenwald (so nannte ich ihn, da man alle 2 Meter auf allen Vieren unter Aesten durchkriechen musste und der Weg selbst etwa 30cm schmal war), Matsch, glitschige Felsen ueber die wir runterklettern mussten, Matsch, ein dichter, dschungelaehnlicher Wald, Matsch, viele Lagungen und noch mehr Matsch. Nach einer Schoggipause und dem Lunch (alles essen, was wir noch hatten) kamen wir gegen 14h zum Parkeingang. Wir sahen aus als kaemen wir von einer Ueberlebenswoche, dreckig und nass bis unters Kinn. Aber soweit noch gesund. Nach knapp 3km auf einer steinigen Strasse (erinnerte mich an eine alte Roemer-Strasse) kamen wir zur Hauptstrasse, wo uns ein Pick-up auf der Ladeflaeche bis nach Cuenca mitnahm.

Zurueck im Hostel gabs erst mal eine laaaange, heisse Dusche und frische, trockene Kleider. Nun habe ich genug gefroren. Endgueltig an den Strand!!!

So, liebe Leute, ich bin zurueck aus dem Urwald. Nach zwei Wochen Abenteuer, viel Regen, eine Horde Kinder, ein Tonne Banane (inkl. Dauerverstopfung) und eine Milliarde Muecken(stiche) bin ich wieder in der Zivilisation.
In Puyo erwartete mich – Regen. Und irgendwann traf ich zum Glueck auch Wajuyat (oder Alfonso) und seine Frau Elouisa, welche erst mal gross Essen einkaufen gingen (erst spaeter verstand ich weshalb). Alfonso ging sogleich weiter nach Quito, um ein Visum fuer Frankreich zu organisieren, wo er Vortraege ueber Naturmedizin halten wird. Ich wuerde ihn in den naechsten Tagen, eigentlich fast bis zu meiner Abreise, nicht mehr sehen.
So fuhr ich mit Elouisa im Holperbus Richtung Macas, irgendwo unterwegs stiegen wir aus als es schon dunkel war und ich schleppte meine zwei Rucksaecke und ca. 10kg Essen im Matsch zur Huette, centro de semillas genannt, hoch. Sogleich machte ich Bekanntschaft mit Tamara (5) und Natasha (6), die juengsten der insgesamt 9 (!!!!) Kinder des Paares. Die erste Nacht schlief ich neben einem flohigen Hund, der sich staendig eklig kratzte, auf zwei zusammengeschobenen Baenken. Geraedert stand ich am naechsten Morgen auf und lernte Heli (9) und Sara (11) kennen. Irgendwann kam noch Magali (10) dazu und Juri (16). Im Verlauf des Tages kam dennoch mal noch der Schluessel zutage, der die Tuer zu meinem Reich (ein eigenes Zimmer) oeffnete. Ich war uebergluecklich.
Zu essen gabs Reis, und zwar zum Zmorge, zum Zmittag und zum Znacht. Begleitet von manchmal etwas Tomaten, Gurken und Zwiebeln. Und Bananen. Bald hatte ich einen Reis-Verschluss ;-)
So verbrachte ich die ersten Tage an diesem Ort, es regnete staendig und ausser einem kleinen Beet, das ich mit Elouisa bepflanzbar machte, einem Nachmittag Baendeli-Knuepfen (ich stellte mich unglaublich ungeschickt an) und einem kleinen Ausflug in die nahe Wald-Umgebung mit Magali tat ich nichts anderes als essen, lesen, doesen, reden und Fragen stellen. Das Wasser kam zu 100% vom Regen, geduscht wurde somit nur kalt und nur wenn es nicht gerade aus Kuebeln goss.

Endlich, endlich gings los, rein in den Dschungel! Juri nahm mir meinen Rucksack, den ich nur mit dem noetigsten bepackt hatte, ab und ritt mit Heli voraus, waehrend ich mit Sara den matschigen Weg zu Fuss (ca. 2,5h) antrat. Der Zugang zu Nancay, so heisst die Kommune, geht nur via Pferd oder zu Fuss, da kommt nicht mal eine Enduro hin, geschweige denn ein Auto. So kamen wir bei der Huette, welche doch noch ca. 15 Minuten Fussmarsch vom naechsten bewohnten Haus entfernt ist, an, richteten uns etwas ein und Sara zeigte mir etwas die Umgebung. Spaeter kam Omar dazu, ein ca. 30jaehriger Schwerhoeriger, welcher nicht zur Familie gehoert, jedoch fuer diese arbeitet (d.h. Nahrungsmittel beschafft) und fast schon ein Teil derselben geworden ist. So verbrachten wir die erste Nacht zu dritt, bei Feuer und – Regen. Ich schlief auf purem Holz, dafuer unter dem Moskitonetz, da mich in den ersten Stunden trotz Antibrumm bereits so viele Muecken und sonstige Viecher gestochen hatten, dass ich am naechsten Tag schon aussah als kaeme ich vom Krieg. Am naechsten Tag gegen Abend kamen endlich Elouisa mit Tamara und Natasha, zwei Tage spaeter auch noch Magali. Heli, Juri und Omar kamen und gingen, sie pendelten staendig hin und her, mal zu Fuss, mal mit den Pferden.
Nach drei Naechten hartem Holzbett wechselte ich in die Haengematte, wo ich jedoch wegen staendiger Juckattacken nicht besser schlief und aus unerklaerlichen Gruenden jede Nacht mindestens zweimal aufs WC musste.

So vergingen die Tage, meist taten wir nichts ausser Karten spielen (immer dasselbe, einfache Spiel), doesen, reden, die Kinder spielten und alle 5 Minuten ging irgendein Geschrei los (meist Tamara oder Natasha), ich las brav mein Jus-Buch und schlug die Zeit tot. Einmal gings papa china ernten (hab gerade gegoogelt – Taro heisst das Ding, schaut auf Wikipedia), wo ich das Lob erhielt, ich sei ja sooooo fleissig und stark. Dabei wollte ich endlich mal etwas Gescheites tun und wuetete wie ein Berserker auf dem Feld ;-) Und Bananenstauden pflanzten wir, also ich hauptsaechlich, mit abwechselnder Hilfe der Kinder, die sich jedoch nach ca. 5 Bepflanzungen langweilten. Bananen holten wir auch immer wieder.
Der Reis ging bereits nach zwei Tagen aus, danach gabs Bananen in allen Farben, Formen und Variationen, irgendwann konnte ich die Dinger kaum mehr runterschlucken. Abwechslung waren papa china und eine Kohlsuppe, manchmal gabs etwas halbverrottetes Gemuese mit viel Oel dazu oder palmitos, die Omar mir zuliebe organisierte (d.h. er schlug Palmen um). Einmal brachte er auch ein Guatuza (Agutis oder Dasyprocta punctata ), das nach aller Regel der Kunst von den Kindern (!!) gerupft (sofern man ein Fell rupfen kann?), von Elouisa aufgeschnitten und von allen ein bisschen ausgeschlachtet und dann komplett gegessen wurde. Auch ich konnte mich der Neugier nicht entziehen, fotografierte fleissig und probierte zwei Bissen, bezahlte jedoch mit einer Nacht Bauchweh (Verdauungsprobleme oder Gewissensbisse?) :-)

Auch wenn ich glaubte, nichts zu tun, so lernte ich dennoch ziemlich viel: etwas Botanik, etwas Naturmedizin, etwas Feldbewirtschaftung im Urwald. Jedoch vor allem, was man alles essen kann im Dschungel. Die Kinder assen dermassen viel, mir war schon fast schlecht nur vom Zuschauen. Doch duenn waren sie wie Streichhoelzer! Tiere sah ich kaum (ich hoerte sie dafuer), ich glaubte schon, es gaebe keine Schlangen, als ich am zweitletzten Tag beinahe auf eine trat und auf dem Rueckweg, den ich alleine mit Omar antrat, nochmals eine (andere) sah. Jedesmal begleitet von einem kurzen Herzstillstand :-)

Ja, das waren meine Tage im Dschungel, bei Feuer und Regenwasser. Und manchmal echt nervigen Kindern. Und viiiiiielen Bananen. Und manchmal sehr, sehr speziellen Angewohnheiten der Familie (das ist ein separater Blog-Eintrag, der spaeter erfolgt).

Nun bin ich in Cuenca, nachdem ich (viel zu frueh!) um 05.00h morgens nach einer schlaflosen Nacht im Bus angekommen bin & im Hostel noch 2h doeste. Ausser ein paar Souvenirs kaufen, Mails abarbeiten, meine Reise nach Chile planen und eine 2-Tages-Trekkig-Tour in den Parque Nacional Cajas fuer morgen organisieren habe ich noch nicht viel gemacht…

Ja, der Chimborazo. Ich ging also das Risiko ein und buchte den „unabhaengigen“ Guide. Leider war der nicht viel billiger als die anderen, der nette Receptionist hatte dummerweise keine Ahnung. Doch fuer knapp 160 Dollar plus Essen, das ich selber kaufen musste (dafuer gabs das, was ICH wollte) gings auf ins Abenteuer. Mit einem ausgeliehenen Kleinwagen gings los, nachdem wir am Abend vorher bei einer anderen Agentur die noetigen Kleider ausgeliehen hatten (nette Ski-Latzhosen – wie frueher!!!) :-)

Die Parkwaechter am Eingang des Nationalparks kannten meinen Guide – ein gutes Zeichen. Doch meinen Adleraugen entging nicht, dass die zwei ein Geschaeftchen machten. Als ich Angel (Engel, so hiess der gute Mann von einem Guide) darauf ansprach grinste er nur und gab mir die 5 Dollar, die er schon auf sein Konto verbucht hatte. Feine Fruechtchen das!
Vom ersten Refugio (Huette) auf 4′800m (glaubs) gings mit Sack und Pack nach einer kleinen Staerkung (Suppe) zum zweiten Refugio auf 5′000m. Ich war die Hoehe ja schon gewoehnt, deshalb war das Ganze halb so wild. Oben angekommen waren wir bis auf den Huettenwart mausbeinallein. Ich richtete mich ein & zog schon mal etwa 4 Schichten Kleider an, denn es war kalt. Schlafen konnte ich dennoch nicht, so hoerte ich etwas Musik. Dann kamen doch noch zwei Personen, ein Paerchen aus Polen, welche einfach ein bisschen dort herumspazierten. Und eine Horde aelterer ecuatorianischer Maenner, welche ganz entzueckt, dass eine so junge (…) Dame alleine den Berg hochkraxeln moechte, Fotos mit mir machten. Jeder einzelne. Ich war kurz davor, ein Entgelt zu verlangen, als sie wieder abzogen und dafuer zwei weitere Personen plus ein Guide auftauchten. Der juengere war knapp ueber 30, Anwalt in den USA und immer wieder auf Reisen, der andere, ca. Mitte 50, Fotograph aus Kanada. Der Guide der beiden war auch sehr gespraechig und beschenkte mich grosszuegig mit Popcorn, waehrend ich mit klammen Fingern meine pampige Pasta kochte.
Als es eindunkelte und wir uns am Cheminee waermten, beurteilten die beiden Guides die Lage. Das Wetter war sch*** gewesen, es hatte viel geschneit in den letzten Tagen und die Tours der Tage zuvor kamen alle nicht ueber 5′700m hinaus (von 6′310m). Auch uns sollte Pech beschert sein. Schon von der Huette und von blossem Auge konnte man die Lawinen sehen, welche gerade an den Orten niedergegangen waren, wo wir travesieren sollten. An einen Aufstieg war definitiv nicht zu denken. Buuuuhuuu, ich war enttaeuscht, wir alle waren enttaeuscht. Mein Guide schlug vor, wir koennten trotzdem den Aufstieg versuchen, aber auf 5′300m, wo die Lage eben kritisch war, muessten wir schauen und evt. (also eher ziemlich sicher) umkehren. Das wollte ich jedoch nicht riskieren, da ich noch etwas an meinem Leben hange. So entschieden wir uns, alle zusammen (beide Guides und wir drei Touris) um 5.00h auf der anderen Seite am Grat entlang hochzusteigen (dort war keine Gefahr) und von dort den Sonnenaufgang zu beobachten. Das taten wir dann auch. Als wir aufstanden, sahen wir zwei Lichter am Berg, gerade bei der kritischen Stelle. Wir waren sprachlos! Wer ging ein solches Risiko ein?!? Die zwei (ein Deutscher und ein Guide, der unseren Guides nicht bekannt war – ein schlechtes Zeichen) kamen in die Huette und berichteten, ab 5′600m sei der Aufstieg unmoeglich. Das haetten wir ihnen auch vorher schon sagen koennen, doch sie starteten leider von der ersten Huette aus und zogen um 04.30h wieder ab, ohne den Sonnenaufgang oder etwas in der Art gesehen zu haben. Tja, Pech.
Doch nun starteten WIR! Frisch wie ein junges Reh sprang ich den Berg hoch und liess die zweite Gruppe hinter mir. War ja auch Peanuts, schlappe 500 Hoehenmeter aufzusteigen und nur gerade auf 5′500m ;-)
So gabs doch ziemlich huebsche Fotos vor, waehrend und nach dem Sonnenaufgang, vor allem beim Abstieg lebte ich meine kreative Ader aus, indem ich tote Muecken (ja, richtig, die Muecken sind so doof, dorthin zu fliegen und jaemmerlich in der Kaelte zu sterben!) und Schweizer Militaerguetsli im Schnee fotografierte…kurz darauf zog ein dichter Nebel auf und fast blind fanden wir doch noch in die Huette zurueck. Dort ruhten wir etwas aus, packten unsere Sachen und ab gings zur ersten Huette, wo uns das Auto erwartete. Ja, dann gings zurueck nach Riobamba und von dort direkt weiter nach Puyo, wo mich der Dschungel erwartete…

So, ich bin gesund und munter zurueck. Doch auch nach vier Tagen habe ich katastrophalen Muskelkater. Aber der Reihe nach!

Mit etwa 1h Verspaetung gings am Dienstag los. Der Weg zum Park war ein Geholper, mir wurde das Morgenessen tuechtig durchgeschuettelt. Dann kamen wir zur Parking-Area (4′500m) und schleppten unser Gepaeck knappe 45Minuten den Berg hoch, zur Huette (4′800m). Kurz einquartieren, Schnellbleiche in Sachen Bergsteigen (…) und Umgebung erkunden. Puuuuh war das kalt dort oben! Dann gab es eine riiiiiiesige Portion Teigwaren und ab gings ins Bett. Um Mitternacht war Aufstehen angesagt, schnell noch etwas Zmorge reinbeigen (obwohl ich ueberhaupt keinen Hunger hatte) und fertig machen fuer den Aufstieg. Um 1.00h gings los, wir starteten als letzte Gruppe. Nach etwa 45Min montierten wir unsere Steigeisen und seilten uns an. Schritt fuer Schritt gings bergauf, steil bergauf. Schon bald musste ich mal fuer kleine Maedchen, doch ich musste mich gedulden bis wir auf 5′500m waren, wo ich zwei Meter neben den Herren an meinen Eispickel geklammert mich erleichterte. Dann gings weiter, mir war ziemlich schlecht (zuviel gegessen? Nein, die Anstrengung und die Hoehe, wurde mir spaeter gesagt). Doch ich biss durch, ich WOLLTE verdammt nochmal da hoch kommen. Nach und nach ueberholten wir die anderen Gruppen und nach einer kurzen Kletterpartie gings die letzte Stunde noch steil bergauf. Ein Schritt, durchatmen. Mit diesem Rythmus gingen wir hoch. Und kurz vor dem Gipfel sah man es langsam hell werden. Gerade puenktlich zum Sonnenaufgang kamen wir oben an. Mir liefen nur noch die Traenen runter. Wow!!! Einfach nur…unbeschreiblich! Wir machten Fotos, erholten uns ein wenig und als die Sonne richtig aufgegangen war, gings an den Abstieg. Die letzte Gruppe war noch immer am aufsteigen. Ich verlor zuerst einen Handschuh (den unser Guide Sergio, mit beeindruckend schiefen Zaehnen aber sehr nett, wieder zurueckeroberte), dann eine Flasche mit Energy-Getraenk, welche ich in die Jacke gestopft hatte, falls mir die anderen Getraenke einfrieren sollten. Die war definitiv verloren, doch das war egal. Meine Beine wollten jedoch nicht mehr, sie knickten mir einfach weg und ich flog ein paar Mal auf die Nase, doch wir waren zum Glueck angeseilt. Laengst vor allen anderen kamen wir unten an und goennten uns erstmal ein Sonnenbad, bevor es schon wieder auf den Rueckweg ging.

Zurueck in Latacunga ruhte ich mich erstmal aus und ging danach mit einem der Guides (nicht meinem) ein (paar) Bier trinken. War ganz lustig, wir redeten viel (er war vor ein paar Jahren in der Schweiz fuer einen Monat) und tanzten etwas, doch auch mein „ich habe einen Freund“ und der Groessenunterschied von ca. 1 Kopf  (den ich groesser war!) schreckte ihn nicht ab zu baggern, was das Zeug hielt. Irgendwann wurde es ziemlich muehsam und es dauerte eine Ewigkeit bis er endlich verstanden hatte…

Am naechsten Tag gings nach Quilotoa mit dem Bus, in welchem mein Rucksack irgendwie in einer komischen Lake zu liegen kam und nicht nur klitschnass und schmutzig, sondern auch hoellisch zu stinken begann. In Quilotoa bestaunte ich kurz die Lagune (in einem Krater) und machte mich dann mit Alfonso, einem aelteren Herrn, auf den Weg nach Chugchilan. Alles mit meinem grossen Rucksack von ca. 15kg und mit einem phaenomenalen Muskelkater. Nicht dass 3h wandern schwierig waeren, doch auf knapp 4′000m und einem Weg der einem Bergwanderweg in ueberhaupt nichts nachsteht (bergauf, bergab, ueber Stock und Stein), war es doch nicht ganz ohne. Ich schwitzte was das Zeug hielt, auch ein bisschen wegen den Raeubergeschichten die mir der kurlige Herr erzaehlte (Mord und Totschlag an Touristen in der Gegend) und als er dann vor mir sein Taschenmesser scharf wetze wollte ich eigentlich nur noch heil ankommen. Das tat ich zum Glueck auch, kurz vor dem grandiosen Regen. In einer huebschen Lodge wurde ich bereits erwartet – der Guide vom Abend zuvor hatte Wort gehalten und mir sowohl Alfonso als auch die Unterkunft organisiert! Ich war ueberrascht! Ich schaffte es kaum die Treppen hoch und war mich nur noch aufs Bett. Beim gemeinsamen Nachtessen machte ich Bekanntschaft mit ein paar Franzosen und einem Welschschweizer, welcher auf franzoesisch ueber die Deutschschweizer herzog, ich jedoch galant schwieg, bis ich irgendwann vor mich hinkicherte bei einem Witz und sie merkten, dass ich franzoesisch kann. Tja, da hatte ich mich verraten :-)
Spaeter war Musik und Tanz angesagt, doch ich schaffte es nicht mehr, mich vom Sessel zu erheben und ging dann mehr oder weniger frueh schlafen.

Am naechsten Morgen gings mit einem Pickup wieder zurueck nach Latacunga, jedoch in die andere Richtung (um den Quilotoa-Circuit zu vollenden). Mir wurde ein bisschen schlecht, so viele Kurven und Geholper und Auf und Ab – mein Fruehstueck machte sich bemerkbar. In Latacunga gings dann direkt mit dem Bus weiter nach Riobamba, etwas weiter im Sueden.

Ja, und da bin ich nun, gaaaaanz alleine. Ist etwas langweilig, aber es hat fast keine Touristen unterwegs, und wenn, sind es immer ein Mann und eine Frau. Oede :-)
Heute Morgen war ich auf dem Markt, habe mich mal wieder an all den Fruechten und Gemuesen ergoetzt, ab dem Fleisch geekelt (die verkaufen da wirklich ALLE Teile des Tieres!!) und auch nach mehr als einer Woche noch immer die Indigenas bestaunt, wie sie sich traditionell kleiden, saemtliche Ware und Kinder auf dem Ruecken rumschleppen und z.T. barfuss rumlaufen, doch ein Handy haben sie trotzdem… Dann war ich noch in Guano, wo man angeblich gute Souvenirs kaufen kann, doch es war wie ausgestorben. Ausser einem feinen Ess-Stand mit flirtenden Ecuadorianer und einem mich fast beissenden Hund war tote Hose.
Zudem bin ich daran, hier eine Tour zum Chimborazo (knappe 6′300m) zu organisieren, doch ich bin etwas hin- und hergerissen. Einerseits gibts ein Angebot vom Guide, mit welchem ich ein paar Bier trinken war und welcher ein 1A-Guide ist (leider etwas aufdringlich…), jedoch ein bisschen teuer (ca. 180 Dollar) oder dann ein mir noch unbekannter Guide, welcher der Receptionist mir organisiert hat, der sonst fuer zwei der besseren Touroperators hier arbeitet, billiger ist (100 Dollar) aber eben, ich kenne ihn (noch) nicht. Oder soll ich es ganz bleiben lassen und morgen bereits in den Dschungel gehen? Ich bin etwas unsicher noch…am besten schlafe ich noch eine Nacht darueber.

Schon die Reise war ziemlich turbulent…kaum in Madrid (einmal quer durch den Flughafen) wurde mir mitgeteilt, dass mein Flug nicht nach Quito, sondern nach Guayaquil (Stadt im Sueden Ecuadors) geht und von dort ein Flugzeug nach Quito fliegt. Leider konnte uns niemand sagen, um welche Zeit wir dort ankommen wuerden. Immerhin war der Flug nicht voll und ich hatte einen Zweiersitz fuer mich. In Guayaquil angekommen fragte ich mich durch, bis ich am Checkin-Schalter einer Nevercomeback-Airline endlich richtig war. In der Zwischenzeit hatte ich bereits Bekanntschaft mit einem geschwaetzigen Deutschen (Thomas) und einem total netten jungen kolumbianischen Paerchen (Laura und Pablo) geschlossen. Nach 20h Reise endlich in Quito angekommen gings direkt in die Jugi und ins Bett.

Am naechsten Tag war Quito-Sightseeing angesagt. Der nette Recepcionist ueberredete mich, sogleich am Nachmittag mit ihm nach Otavalo zu fahren, da dort jeweils samstags ein bekannter Markt stattfindet. Mit dem noetigsten an Wertsachen und einem Rucksack mit Wasser und Reisefuehrer machte ich mich zu Fuss auf zu Quitos Altstadt. Noch nicht einmal dort angekommen wurde ich gewarnt: „Pass auf, sie werden dir den Rucksack klauen“. Da fuehlte ich mich doch gleich viel besser! :-O
Erst recht paranoid ging ich weiter, setzte mich an der Plaza de la Independencia auf eine Bank und machte sogleich Bekanntschaft mit Jose, einem 11jaehrigen Schuhputzer, der unbedingt meine zerlatschten Turnschuhe polieren wollte. Weiter gings zur Plaza de Santa Domingo, wo Julian mit dem Holzbein angeregt mit mir plauderte. Ich gab ihm ein paar Muenzen und ging allein weiter in Richtung Panecillo (Aussichtshuegel). Unterwegs schwatzte ich mit Patricio Torres, einem angeblichen pensionierten Englischlehrer, der schlechter Englisch spricht als ein Erstklaessler und mir unbedingt Englisch beibringen wollte. Er quatschte mich voll und begleitete mich auf diesen Huegel. Als ich mich endlich von ihm losreissen konnte musste ich auf direktem Weg zurueck in die Jugi, wo Hector bereits auf mich wartete. Zusammen gings nach San Pablo de la Laguna. Ein huebsches Zimmer wartete dort auf mich und eine herzliche Familie: Nelly, Hectors Frau (beide 25 bzw. 26 Jahre jung) und ihre Tochter Shirley Edith (kein Witz! 6 Jahre alt, ein tolles Maedchen!). Nach einem feinen Znacht gings noch kurz Richtung Dorfzentrum auf ein Bier und dann auch schon ab ins Bett… oh, nicht zu vergessen ist natuerlich mein spektakulaerer Sonnenbrand im Gesicht. Das kommt davon, wenn man glaubt, wenns bewoelkt ist brennt die Sonne nicht. Tja…

Am naechsten Tag gings mit einem Holperbus Richtung Otavalo. Zuerst besuchten wird den Viehmarkt. Oh, wenn das unser Tierschutz wuesste! Da werden Hasen, Meerschweinchen, Huehner und alles Kleinvieh einfach in Jutesaecke gesteckt, lebend natuerlich und alle uebereinander. Die Schweine und Kuehe so lange bearbeitet, bis sie dann „freiwillig“ in den Kleinlaster springen. Ja, es war wirklich beeindruckend…
Zum Glueck gings dann weiter zum Fruechte- und Gemuesemarkt (meine Lieblinge) und dann zum Markt fuer Touristen. Hatte wirklich huebsche Sachen dort, aber ich weiss, dass ich niemals einen Poncho anziehen werde und ein schoen farbiges Tischtuch macht sich zwar prima hier in Suedamerika, doch kaum im Studiheim in Zuerich :-)
Zmittag fuer zwei Dollar (US-Dollar haben die hier!!) und dann zu den Cataratas de Peguche, ein mittelgrosser Wasserfall, huebsch aber nicht aussergewoehnlich. Zueruck nach San Pablo, umziehen und zum Lago de San Pablo, wo sie noch von Hand ihre Kleider im Fluss waschen (das ist ganz normal hier). Kaum den See bestaunt, fing es auch schon an zu regnen. Es schuettete wie aus Putzeimern! Zum Glueck fanden wir Unterschlupf in einem Picknick-Platz, wo gerade auch noch suesse Empanadas und Colada Morada (ein heisses, suesses, feiiiiines Getraenk) verkauft wurden. Da es nicht aufhoeren wollte, quetschten wir uns zu dritt unter einen Regenponcho und machten uns auf den Weg nach Hause, wo wir klitscheklatschenass ankamen. Im Bett waermte ich mich etwas auf und dann war der Tag auch schon zu Ende.

Mit einem kleinen Schrothaufen von Auto gingen wir am naechsten Tag mit Hector, Edith, Jimena (Schwester von Nelly) und zwei weiteren Kinder von 9 und 2 Jahren zu den Lagunas de Cuicocha. Dort angekommen gestand mir mein Guide Hector als Erstes seine Liebe fuer mich, worauf ich erstmal fast umkippte und ihm daraufhin  die Aussichtslosigkeit dieser Schwaermerei klarmachte. Wir starteten allesamt die Umrundung der Lagune, wohlwissend dass wir nur etwa 1/3 der ganzen Umrundung machen wuerden, v.a. wegen der Kinder und weil Jimena in Absatzschuhen unterwegs war (…). Dennoch schlugen sich alle tapfer und wir knabberten Tostadas (geroestete Maiskoerner) und Chochos (irgendeine Huelsenfrucht). Als dunkle Wolken aufzogen, machten wir uns auf den Rueckweg. Ein kleiner Spaziergang in Cuicocha und weiter auf der Panamericana Richtung Ibarra bzw. Yaguacocha (hoffentlich ist das jetzt richtig geschrieben…), wo ich – ihr glaubt es nicht, einen Fisch (Tilapia genannt) ass. Jepp, mit allem dran, inkl. Augen (die ass ich natuerlich nicht). War gar nicht mal soooo schlecht, aber nun habe ich genung Fisch gehabt fuer die naechsten Monate.
Dann machten wir uns auf den Heimweg auf der holperigen Strasse und kurz nach der Abfahrt passierte es: der Pneu zerriss. Toll! Mit einem rostigen Wagenheber versuchte Hector die Karre Pneuwechsel-bereit zu machen, doch auch als es bereits eindunkelte hatte er es noch nicht geschafft. Zudem war der Ersatzpneu etwa gleich platt wie der zerrissene. Jimena assistierte und ich kuemmerte mich um die Kleine, welche erstaunlich ruhig war. Endlich gestand Hector ein, dass er es wohl nicht schaffen wuerde und wir fingen an, Autos anzuhalten. Keiner wollte oder konnte helfen, doch endlich fand sich eine gute Seele, welche Hector mit zur naechsten Tankstelle nahm. In dieser Zeit blieben wir Frauen und Kinder alleine in der Dunkelheit. Sie fingen schon fast an zu weinen als ich meinen Deutschkurs startete, der nahtlos in Englisch und Franzoesisch ueberging, dann kauten wir Zuckerrohr und irgend eine andere komische Frucht und begannen mit Maerchen. Es war ganz lustig :-) Endlich kam Hector mit derselben guten Seele von Ecuadorianer zurueck und sie montierten den Pneu und alles ging gut. Spaetabends kamen wir doch noch in San Pablo an…

Der naechste Tag war nur Reise, diesmal gaaaaanz alleine. Von San Pablo gings nach Otavalo, von dort nach Quito und nach Latacunga, wo ich nach etwa 6h endlich ankam und mich in einem billigen Residencial einquartierte. Sogleich machte ich mich auf den Weg, eine Tour zum Cotopaxi zu organisieren. Aus unerfindlichen Gruenden ist jedoch alles andere als Saison und ich haette beinahe alleine gehen (teuer!) oder dann bis zum 31.1. warten muessen. In letzter Sekunde fand sich doch noch jemand, der nun mit mir und einem Guide geht: Mathias, ca. 50 Jahre alt, aus Deutschland. Das kommt prima! Nachdem wir ausgeruestet wurden gingen wir was essen, ein Menu fuer 1,50 Dollar. Die Vorspeise war eine Bouillon, in welcher ein undefinierbares Stueck Fleisch und ein Huehnerfuss schwamm. Ich ging sogleich ueber zum Hauptgang. Zurueck in der Unterkunft ueberkam mich ein leichtes Bauchweh – war das wegen dem Huehnerfuss oder der Erdbeerlimonade? :-)

Heute ist der grosse Tag: auf zum Cotopaxi! Ich werde euch berichten…

Noche latina

Gestern war noche de salsa geplant. So gings mit einer Kollegin und zwei Latinos in den Ausgang, eben eigentlich um Salsa zu tanzen. Daraus wurde schlussendlich nur halb etwas. Getanzt wurde zwar bis das Parkett wackelte, doch Salsa war nur ein Bruchteil des gesamten Repertoires.

Das Beste aber war das Paarungsverhalten der zwei Herren. Beide sehr jung, verheiratet und schon länger in der Schweiz, doch das tat ihren Baggereien keinen Abbruch. Umso eher sie zurückgewiesen wurden, umso intensiver die Bemühungen. Als sie einsehen mussten, dass aus ihrem Plan (wie weit auch immer der ging) nichts wurde, schlug es um. Plötzlich waren sie mit anderen Frauen am tanzen und reden und liessen uns links liegen. Dann plötzlich kamen sie wieder und starteten einen neuen Versuch. So ging das hin und her, bis ihnen endgültig klar wurde, dass sie alleine nach Hause gehen würden. Da fing der Kindergarten an: sie waren beleidigt, blieben dort als wir gingen und verzogen sogar noch das Gesicht, als meine Kollegin ihren Schirm im Auto holen musste. Kurze Verabschiedung und der Spuk war vorbei.

Einfach nur unglaublich, oder? Wohlgemerkt gingen weder Versprechungen noch irgendwelche Flirtereien dem Geschehen voraus, es ging nur um Salsa. Dachte ICH. Falsch gedacht :-)

Closer you get

The closer you get, the better I feel
The closer you are, the more I see
Why everyone says that I look happier
When you’re around
The closer you get, the better I feel

Dido, „Closer you get“

Who makes you feel the way that I make you feel
Who loves you and knows you the way I do
Who touches you and holds you quite like I do
Who makes you feel like I make you feel

Dido, „Who makes you feel“

Freezing

Heute Morgen brav und puenktlich um 03.00h aufgestanden und um 03.15h aufs Fahrrad geschwungen. So kaaahaaahaaalt war es glaube ich noch nie. Tapfer strampelte ich Richtung Flughafen mit Zwischenstopp an meinem alternativen Zuhause. Meine Beine waren muskelmaessig schon etwas angeschlagen, doch glaubte ich mich voller Energie, bis mich die Bisen in die Realitaet zurueck und beinahe vom Fahrrad wehten. Natuerlich hatte ich immer Gegenwind, egal in welche Himmelsrichtung und ob bergauf oder bergab. Einfach nur sch*** kalt. Meine Ohren froren fast ab, meine Zehen ebenfalls und wenn ich morgen an einer Stirnhoehlen-Entzuendung leide weiss ich auch woher.

Zum Glueck gibts bei uns warmen Duschen in den Garderoben. Im Sommer wasche ich mir dort meinen Schweiss weg, im Winter waerme ich meine angefroreren Glieder wieder etwas auf.

Oh Sommer, du fehlst mir so sehr!!

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